Hm – irgendwie schon rührend, wenn der biedere Reclam-Verlag
unter die Kunst-Sponsoren geht, dann aber aus den
überaus beliebten Kostengründen sich darauf beschränkt,
von Schülern mehr oder wenig kunstfertig bekritzelte
Exemplare aus seiner Produktion als “Kunst” zu präsentieren.
Na ja, ein paar dieser Ergebnisse offensichtlich nach wie vor endlos
öder Schulstunden sind ja auch ganz nett – wenn man auf
Kugel- oder Filzschreiber steht. Mir fiel da allerdings
ein Projekt ganz anderen Kalibers ein, das ich vor
vielen Jahren mal in Händen hielt, und eben habe ich es sogar
(das Netz vergisst eben doch nix!) wiedergefunden:
Voilà “A humument”:
Es handelt sich dabei um ein Exemplar eines anonym erschienenen viktorianischen Romans (“A human document”),
das der britische Künstler Tom Philipps seit 1970 in einer Art
Cut-up-Methode systematisch verunstaltet, bemalt, verziert, überklebt –
und das nicht einfach nur so, wie die gelangweilten Reclam-Heftchen-Leser, sondern in der Absicht, ein vollkommen neues Werk zu schaffen. Die Resultate
einer früheren Ausgabe (das Werk ist noch nicht abgeschlossen!)
sind hier zu bestaunen:
In der (englischen) Wikipedia gibts auch gleich eine Rubrik für
Mr. Philipps Kunstrichtung: “Altered books”. Denn er ist
beileibe nicht der einzige auf Erden, der sich mit dieser speziellen Form
von Buchobjekten beschäftigt – und wie es sich für eine ordentliche
Kunstrichtung gehört, gibt es natürlich auch
eine “International Society of Altered Books Artists”
Danke, danke für die feinen ‚pointer’.
OT: Es gab in den 70er Jahren schon einmal einen (anderen) Kren, vornamens Kurt, der machte keine Bücher nicht, nein, der machte Filme im Umfeld der Wiener Gruppe. http://en.wikipedia.org/wiki/Kurt_Kren
Allerdings sind ein paar davon nicht ganz jugendfrei.
Ralf Zeigermann schreibt über megascharfe Skalpelle, stinkende Filzstifte und lungenschädigende Kleber. Berichte aus einer analogen Zeit, verlegt bei Robert Wiegner.
Das Ratinger Hof Buch
Herausgegeben und gestaltet von Ralf Zeigermann, verlegt bei Robert Wiegner.
[...] [via the cartoonist] Tweet [...]
Hm – irgendwie schon rührend, wenn der biedere Reclam-Verlag
unter die Kunst-Sponsoren geht, dann aber aus den
überaus beliebten Kostengründen sich darauf beschränkt,
von Schülern mehr oder wenig kunstfertig bekritzelte
Exemplare aus seiner Produktion als “Kunst” zu präsentieren.
Na ja, ein paar dieser Ergebnisse offensichtlich nach wie vor endlos
öder Schulstunden sind ja auch ganz nett – wenn man auf
Kugel- oder Filzschreiber steht. Mir fiel da allerdings
ein Projekt ganz anderen Kalibers ein, das ich vor
vielen Jahren mal in Händen hielt, und eben habe ich es sogar
(das Netz vergisst eben doch nix!) wiedergefunden:
Voilà “A humument”:
http://en.wikipedia.org/wiki/A_Humument
Es handelt sich dabei um ein Exemplar eines anonym erschienenen viktorianischen Romans (“A human document”),
das der britische Künstler Tom Philipps seit 1970 in einer Art
Cut-up-Methode systematisch verunstaltet, bemalt, verziert, überklebt –
und das nicht einfach nur so, wie die gelangweilten Reclam-Heftchen-Leser, sondern in der Absicht, ein vollkommen neues Werk zu schaffen. Die Resultate
einer früheren Ausgabe (das Werk ist noch nicht abgeschlossen!)
sind hier zu bestaunen:
http://humument.com/gallery/tetrad/0/001010/index.html
In der (englischen) Wikipedia gibts auch gleich eine Rubrik für
Mr. Philipps Kunstrichtung: “Altered books”. Denn er ist
beileibe nicht der einzige auf Erden, der sich mit dieser speziellen Form
von Buchobjekten beschäftigt – und wie es sich für eine ordentliche
Kunstrichtung gehört, gibt es natürlich auch
eine “International Society of Altered Books Artists”
http://www.alteredbookartists.com/about.html
Persönlich hab ichs ja nicht so sehr mit dem Verunstalten. Wenn
schon Buchkunst, dann bitte im Stile des slowakischen Tausendsassas
Matej Kren
http://www.matejkren.cz/en/matej-kren/biography.php
dessen imposante Buchskulpturen
http://leavesgrass.blogspot.com/2007/05/books-by-matej-krn.html
http://www.flickr.com/search/?q=matej+kren+&w=all&m=&s=int&mt=&referer_searched=1
sich der Buchliebhaber auf keinen Fall entgehen lassen sollte, so er sich z.B. in Prag oder Bratislava aufhält.
Vielen Dank, M. Kranz, für Ihre vertiefenden *Anmerkungen* zu diesem Via-Eintrag.
Danke, danke für die feinen ‚pointer’.
OT: Es gab in den 70er Jahren schon einmal einen (anderen) Kren, vornamens Kurt, der machte keine Bücher nicht, nein, der machte Filme im Umfeld der Wiener Gruppe.
http://en.wikipedia.org/wiki/Kurt_Kren
Allerdings sind ein paar davon nicht ganz jugendfrei.
Oh Gott, der verrückte Otto Mühl!